Übersetzer

Übersetzungsdienst und Beglaubigung – Was es zu wissen gilt

Bild: by Daniel Friesenecker is marked under CC0 1.0. 

Als Übersetzungsdienstleister gilt es sich nicht nur mit Sprachen auseinander zu setzen, sondern vor allem auch mit Rechtsangelegenheiten, denn eine Übersetzung bedarf in einigen Fällen auch einer Beglaubigung. Gut, wenn man hier als Übersetzungsbüro diese Expertise mitbringt, da somit dem Kunden auch gleich eine Handlungsempfehlung an die Handgegeben werden kann.

(siehe auch → Übersetzungsbüro PoliLingua.de

Wenn eine aus dem Deutschen in die Fremdsprache übersetzte Urkunde im Ausland anerkannt werden soll, ist im Urkundenverkehr in Bezug auf beglaubigte Übersetzung ein gewisses Prozedere erforderlich. 

Beispiele für übersetze Urkundenarten, die eine Beglaubigung bedürfen:

  • Personenstandsurkunden
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Geburtsurkunde
  • Eheurkunde

Hier ist es erforderlich zunächst die Echtheit der deutschen Urkunde bescheinigt werden, wofür es generell zwei Verfahrensweisen gibt: 

  • Eine Legalisation durch die Botschaft bzw. das Konsulat des Staates, in dem die zu übersetzende Urkunde verwendet werden soll. 
  • Bei Ländern, die dem “Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation” beigetreten sind, reicht die Haager Apostille, die durch die jeweils zuständigeApostillebehördeausgeführt wird. 

Eine Übersicht darüber, welches Prozedere für welches Land anzuwenden ist, findet sich sehr leicht im Internt. Da sowohl die Legalisation als auch die Apostille mit übersetzt werden muss, ist es wichtig, dass der Kunde die jeweilige Echtheitsbescheinigung vor der Beauftragung des Übersetzers anbringen lässt.

Nachdem die beglaubigte Übersetzung angefertigt wurde, sind noch folgende Schritte zu erledigen:

  • notarielle Beglaubigung der Unterschrift des Übersetzers
  • Überbeglaubigung (“Apostille-Beglaubigung”) der Unterschrift des Notars durch das zuständige Landgericht 

Hinweis: Die notarielle Unterschriftsbeglaubigung ist natürlich vom Übersetzer einzuholen, die Überbeglaubigung kann auch vom Kunden selbst eingeholt werden – wobei ich dies für meine Kunden auf Wunsch gerne auch übernehmen kann.

Zurück zur Expertise des Übersetzungsdienstleisters. Damit die vom Kunden einzuhaltende Fristen eingehalten werden, sollte auch hier stets vor der Auftragserteilung mit dem Kunden abgesprochen werden, welche Prozesse auf ihn warten und welche Fristen eingehalten werden müssen. Ein professioneller Übersetzungsdienstleister, kennt diese natürlich und kann hier den Kunden (nicht rechtsverbindlich) leiten.

Unterschriftsbeglaubigung bei Eigentumsumschreibung

Was kaum jemand weiß: Wird eine Übersetzung aus einer fremden Sprache ins Deutsche für eine Eigentumsumschreibung zur Vorlage bei einem deutschen Grundbuchamt gefertigt, ist es zwingend erforderlich, dass die Unterschrift des Übersetzers von einem staatlich anerkannten Notar beglaubigt wird. Dies kann im Urteil des KG Berlin vom 29.03.2011 in der Begründung nachgelesen werden, in der es heißt, dass es sich bei einem beeidigten Dolmetscher/Übersetzer nicht, um eine mit öffentlichem Glauben versehene Urkundsperson, handelt.

Formatierung beglaubigten Übersetzung

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Formatierung von Übersetzungen mit Beglaubigungen, weil die Formatierung bei der Übersetzung einer Urkunde oder eines anderen zu beglaubigenden Dokuments oft genau so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie die hauptsächliche Übersetzung, und dies deshalb unbedingt in der Angebotskalkulation für eine Übersetzung mit Beglaubigung berücksichtigt werden muss. Auch für den Kunden, der die Übersetzungsdienstleistung beantragt, ist eine ordentliche Vergleichbarkeit von Original und Übersetzung essentiell. 

Dem Kunden soll ermöglicht werden, Ausgangstext und Übersetzung nebeneinander zu stellen und genau zu sehen, wie alles aufgebaut wurde. Hierfür müssen “Druckanordnung und Schriftbild der Übersetzung am besten genau dem Ausgangstext angeglichen werden, da hiermit der Vergleich zwischen Ausgangstext und Übersetzung wesentlich vereinfacht wird”, wie es in der Schrift “Richtlinien und Hinweise für die Anfertigung von Urkundenübersetzungen” des BDÜ zutreffend formuliert wird. Das gilt natürlich auch für die Position von Stempeln, Gebührenmarken, handschriftlichen Vermerken usw., was von jedem Übersetzungsdienstleister beherrscht werden muss.

Schwierig ist hier öfter mal die Tatsache, dass sich die Satzstellung im Französischen oder Spanischen oft von der im Deutschen unterscheidet. Wenn beispielsweise ein Satz komplett umgestellt werden muss, damit er im Deutschen flüssig gelesen werden kann, dies aber die Tabellen- oder Lückentextformatierung des Ausgangstextes “zerreißen” würde, muss entschieden werden, ob man zugunsten der Vergleichbarkeit von Original oder der Übersetzung handelt. Eine etwas schlecht lesbarere Übersetzung muss hier ab und an in Kauf genommen werden. 

Wie man erkennen kann ist die Dienstleistung eines Übersetzers weitgefächert und der Kenntnisbedarf ein sehr hoher sein muss, um dieser Berufsgruppe anzugehören.